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Die Besten

17.02.2017 | Keine Kommentare

In einer Autowerkstatt wird Kaputtes repariert, das Auto wird “ganz” gemacht. In der kürzlich ausgerufenen „Denkwerkstatt“ wird bald die Denke repariert. 4 Bürgermeister wollen „Europäische Kulturhauptstadt“ sein. Best of. Der Volk soll dafür in die Denkwerkstatt kommen. Es geht um Neueinstellung, Impfung. Die 1. Denkwerkstatt wird wohl bei den schwarzen Getreuen im Pfarrsaal stattfinden. Im Pfarrsaal denkt nämlich Gott auch mit. „Grüß Gott in der Denkwerkstatt!“.

Weil Vordervorarlberg von Feldkirch bis Bregenz, und nur um das geht es in der Kulturhauptstadtdenke, so wunderbar prächtig, vorbildlich, stets sauber geputzt und überhaupt das Beste & Bedeutendste ist, soll das endlich ganz Europa gesagt werden, solange es noch steht. Das Vorarlberger Hinterland kann man für ein so hohes Ziel vergessen. Klostertal, Montafon, Walgau und Walser: ausgeschieden! Die Wälder janeinen und schielen noch nach dem Geld. Die Landeskulturreferat ist konsequent für und gegen die Kulturhauptstadt.

Das Ländlä (ganz lieb) gehört heute heimischen Wirtschaftswunderwuzzis, einer Geizkragen-Hautvolee, bestehend aus Altreichen, Neureichen und Erbreichen, die alle miteinander verwandt oder verschwägert sind, „anand“ helfen und Jasskarten sponsern auf der Seebühne. Alle sind E5, atomfrei, durch & durch recycelt und haben ein Sparbüchle, sogar die Ungeborenen. Sie sind so gut, dass sie uneingeschränkt in den Biohimmel kommen. Alle. 204 Kirchtürme und 28 turmlose Moscheen säubern die Himmelswege. „Gott bewahre!“ betet der Böse um einen Platz in der Hölle. Das Vorarlberg ist mit großem Abstand am Gutesten in Österreich. Hier wohnen praktisch nur Ehrenamtliche, die es zu was auf die Seite gebracht haben. Gel.

Großstädtische Lärmstraßen, ein kleinstädtisches Radio, ein See, gute Schneeräumung, deutsche Ländleschweine und den Katzenturm hat Vorarlberg. Auch der Müll kommt immer irgendwo weg. Manchmal taucht er wieder auf. Hin und wieder gibt es einen Mord oder berühmte Fälscher. Weil die selbstgerechte Angeberei inzwischen auf keine Kuhhaut mehr geht, braucht es mehr: Bei so viel Gutem auf einem Haufen muss das Land, posaunen die 4, „Kulturhauptstadt Rheintal“ werden. Sie legen 600.000 Volksgeld auf den Tisch - für ein Büröle zum Vordenken im Nachhinein. Der kleine Kulturmensch staunt. Ein Bodenfreiheitsdenker meldet Bedenken an und sagt: „Die meisten Städte werden mit dem Alter schöner. Unsere werden hingegen hässlicher. In welcher Gemeinde des Rheintals machen wir noch gerne einen Spaziergang mit Gästen aus dem Ausland?“ So ist es wohl auch. Der gierige Betriebsansiedlungswahn hat die angedachte „Europäische Kulturhauptstadt Rheintal“ urgrausig zugerichtet. Gel.

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